


Weshalb kann Lactoferrin bei Akne helfen?
Betrachten wir zunächst das Lactoferrin: Es handelt sich um einen der natürlichsten Stoffe, weil ihn der Körper selbst herstellen kann und Lactoferrin sehr wichtig ist. Es ist einer der ersten Stoffe, den wir nach der Geburt schlucken, denn Lactoferrin ist in hoher Konzentration im Kolostrum (der ersten Milch nach der Geburt, die nur wenige Tage gebildet wird) enthalten. Das Neugeborene braucht möglichst bald davon, damit sich seine Überlebenschancen verbessern. Das Kolostrum enthält Antikörper, die das noch unzureichend entwickelte Immunsystem stimulieren, sowie Proteine, darunter Lactoferrin, die zum Aufbau des Verdauungssystems und damit zur Gesundheit dank angeborenem Immunsystem beitragen. Besonders von Lactoferrin ist bekannt, dass es beim Neugeborenen die richtige Entwicklung der Darmflora, des Knochengerüsts und des Immunsystems optimiert.
Lactoferrin ist ein Protein, das in den meisten Körpersekreten enthalten ist, so zum Beispiel in Muttermilch, Tränen, Schleim, Speichel, Scheidensekret, Sperma, Mund- und Nasensekret, Verdauungssäften, Urin. Es bildet eine erste schützende Barriere überall dort, wo der Körper direkt Krankheitserregern ausgesetzt ist, damit Ansteckungen verhindert werden. Lactoferrin ist somit die erste Schutzstufe unseres Immunsystems. Es hat nachweislich Eigenschaften, die gegen Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze und laut neuen Studien vielleicht auch gegen Krebs gerichtet sind. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ein Baby so viel davon benötigt!
Worin besteht nun der Zusammenhang zwischen
Lactoferrin und Akne?
Lactoferrin und Akne?
Eine Besonderheit von Lactoferrin ist seine Fähigkeit, Eisenmoleküle dort zu binden (Bildung von Eisen-Chelaten), wo es zu viel davon hat, und sie an Orten freizugeben, wo der Körper Eisen benötigt, oder um es auszuscheiden. Krank machende (schädliche) Bakterien benötigen für ihre Entwicklung Eisen; das Lactoferrin nimmt ihnen dieses benötigte Element weg und hemmt dadurch ihre Entwicklung.
Zudem hat Lactoferrin die Fähigkeit, sich an die Zellwände von Krankheitserregern zu heften und sie zu zerstören. Dazu gehört auch die Fähigkeit, andere Immunzellen (z. B. weisse Blutkörperchen, Killerzellen) zu stimulieren. Diese werden angelockt und unterstützen die Zellzerstörung.
Eine weitere Besonderheit bei einem Eisenüberschuss ist oxidativer Stress, der als weitere bekannte Ursache für Akne verantwortlich ist. Das Eisen ist ein wichtiger Faktor, der oxidativen Stress auslöst, und auch hier kommt dem Lactoferrin eine Aufgabe zu.
3 Prozent der Bevölkerung haben einen Eisenmangel, jedoch 13 % einen Überschuss. Unser Körper ist evolutionsbedingt ein sehr schlechter Ausscheider von Eisen; dieses kann durch Ansammlung Probleme verursachen (Zirrhose, Leberkrebs, Herz- und Bauchspeicheldrüsenprobleme, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson), aber auch zu Störungen der Darmflora, Kupferverbrauch mit Entzündungen wie Arthritis, zu Osteoporose, chronischer Müdigkeit usw. führen. Vor Einnahme eines Ergänzungsmittels sollte man deshalb den Eisenstatus überprüfen.
Wenn man also zusammengefasst von einer Entzündung spricht, von Krankheitserregern (Propionibacterium acnes), hormonellen Störungen, Mineralstoffmangel: Sind wir damit nicht mitten in den Ursachen von Akne? Deshalb spielt Lactoferrin eine wichtige Rolle bei der natürlichen Kontrolle der Akne.
Lactoferrin weist jedoch noch zahlreiche weitere Eigenschaften auf, die bei Akne nützlich sind:
Alle diese Mechanismen sprechen für Lactoferrin bei Akne – wie sind die medizinischen Erfahrungen?
Auch wenn schon seit Jahrzehnten über Lactoferrin geforscht wird, wurden klinische Studien erst in neuerer Zeit durchgeführt und das Interesse ist in den letzten Jahren wieder gestiegen. Bei Akne wurden drei Studien mit Patienten durchgeführt. Diese drei Studien, eine davon doppelblind, sind positiv und zeigen eine signifikante Wirkung von Lactoferrin (200 mg/Tag) bei Akne sowohl hinsichtlich der Anzahl der Pickel als auch der Besserung des Schweregrads der Akne (Infektion, Entzündung usw.). In einer Studie wird sogar empfohlen, Tretinoin (rezeptpflichtiger Arzneiwirkstoff) und Lactoferrin zu kombinieren, damit eine gleichzeitige antibiotische Behandlung vermieden und die Entwicklung resistenter Keime verhindert werden könne. Alle drei Studien sprechen von erfreulichen Ergebnissen bei leichter bis mittelschwerer Akne. Ebenfalls erwähnt wird der Nutzen einer Wirkung ohne Austrocknung der Haut und damit ohne die Gefahr, die Talgproduktion anzuregen, was den Akneprozess erneut auslösen könnte. Für eine optimale Wirkung wird eine Behandlung von 8 bis 12 Wochen Dauer empfohlen.
Schlussfolgerungen?
Aus den verschiedenen Eigenschaften von Lactoferrin geht hervor, weshalb dieses Protein bei Akne von grossem Nutzen ist:
Die medizinische Erfahrung hat den Nutzen von Lactoferrin bei diesem Hautproblem bestätigt und empfiehlt eine breitere Anwendung von Lactoferrin bei leichter bis mittelschwerer Akne mit dem Vorteil, dass es die Haut nicht austrocknet.